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Imkerei

 Lehr- und Versuchsimkerei am Lehrstuhl für Agrarökologie und Organischen Landbau im INRES

Allgemeines

 Die Lehr- und Forschungsimkerei des Lehrstuhls befindet sich im Melbtal zwischen Poppelsdorf und Ippendorf im Melbweg 11 und wird geleitet vom Imkermeister Dete Papendieck, Tierwirt - Imkerei. Neben dem Imkermeister ist i-d.R. eine Auszubildende bzw. ein Auszubildender zuständig für die Versorgung von ungefähr 150 Versuchsvölkern der Honigbienenrasse Apis mellifera carnica, die zu Lehr- und Forschungszwecken vorgehalten werden. Die Lehr- und Forschungsimkerei ist als früherer Teil der Bienenkunde in Bonn eine der ältesten universitären Imkereien in Deutschland. 

Honigverkauf an der Imkerei Melbweg 11 : Mittwoch von 15 - 16:30  Uhr oder nach Vereinbarung, kontaktieren Sie uns unter: Tel.:+49 177 179 2424 , E-mail: [Email protection active, please enable JavaScript.]Preisliste (PDF)                

 Geschichte der Bienenkunde in Bonn

Die Bienenkunde in Bonn blickt in Deutschland auf eine einzigartige Tradition zurück:

1847 wurde die „Höhere Landwirtschaftliche Lehranstalt“ in Bonn-Poppelsdorf gegründet. Bereits 1858 wird ein Lehr- und Demonstrationsbienenstand erwähnt und im Sommersemester 1861 wird im Vorlesungsverzeichnis von der dreistündigen Vorlesung „Landwirtschaftlich-Forstwirtschaftliche Insektenkunde, künstliche Fischzucht, Seidenbau und Bienenzucht“ berichtet. Gehalten hat diese Vorlesung der Biologie-Professor Dr. J. Sachs, der später in Freiburg als Botaniker berühmt wurde. Somit kann man sagen, dass in Bonn die Bienenkunde erstmals als „Modul“ an einer Hochschule angeboten wurde. Zwischen 1866 und 1936 betreuten verschiedene sog. Honorardozenten die Bienenkunde. Erwähnenswert ist Dr. August Pollmann, ein Zeitgenosse Mendels (Mendelsche Gesetze der Vererbung!) mit dem der in regem Briefwechsel stand. Pollmann beschrieb 1879 die Bienenrassen Apis mellifera carnica, und Apis mellifera cypria.
Traditionelle Imkerei.jpg
 
1934 gliederte man die Landwirtschaftliche Hochschule der Universität Bonn als 6. Fakultät an. Die Bienenkunde bezog einen neuen „Universitätsbienenstand“ im ehemaligen „Kurfürstlichen Pavillon“ im Botanischen Garten der Landwirtschaftlichen Fakultät.
 
Von 1936 bis 1964 betreute Dr. Gottfried Goetze, zunächst als Lehrbeauftragter neben seiner Stellung als Leiter der Imkerschule Mayen, ab 1952 als a.o. Professor die Bienenkunde. Die Lehre wurde zunehmend durch Forschungstätigkeit ergänzt, wozu ab 1952 nach und nach im Institutsgebäude, auf Gut Melb, angemessene Gegebenheiten geschaffen wurden. Goetze arbeitete schwerpunktmäßig über Bienenrassen und ihre Morphometrie, Zucht der Carnica-Biene, Nosematose und Rotklee-Bestäubung.
 
Nachfolger im Bereich der Bienenforschung wurde ab 1964 Dr. Wilhelm Drescher, der bereits 1958 die instrumentelle Besamung von Bienenköniginnen in der Bundesrepublik durchführte. Dr. Drescher leitete zahlreiche Forschungsprojekte rund um die Honigbiene Apis mellifera L. in den Bereichen der Zucht, der Bienenpathologie, der Bestäubung von Kulturpflanzen, des Einsatzes von Pflanzenschutzmitteln u.v.m.
 
1994 hat dann Prof. Dieter Wittmann, der seinerzeit von zwei längeren Forschungsaufenthalten direkt aus Brasilien nach Bonn kam, die Leitung des Institutes für "Landwirtschaftliche Zoologie und Bienenkunde" übernommen. Ein Fokus seiner Arbeiten lag weiter auf den Bienen. Neben der Honigbiene waren aber auch die zahlreichen heimischen Wildbienen und vor allem auch die tropischen Bienen Gegenstand seiner Forschung. So gelangten zahlreiche Belegsammlungen tropischer Bienen verschiedenster Forschungsarbeiten in Jordanien, Kenia, in Uganda, Kamerun und Brasilien nach Bonn am Rhein.
Besonders auffällig sind dabei die tropischen Prachtbienen - Euglossinen - deren Männchen mit ihren verbreiterten Hinterbeinen Duftstoffe in den Blüten zahlreicher Orchideen-Arten sammeln und daraus als fliegende Parfümeure ein eigenes Parfüm herstellen, mit dem sie die Weibchen anlocken.
 
Seit September 2017 obliegt die Leitung des Lehrstuhls "Agrarökologie und Organischer Landbau" nun Professor Thomas Döring. Der Lehrstuhl ist entstanden durch eine Fusion der Tierökologie, wie die ehemalige Professur für Landwirtschaftliche Zoologie und Bienenkunde mittlerweile als Teil des Großinstitutes INRES - Institut für Nutzpflanzenwissenschaften und Ressourcenschutz geheißen hat und dem Institut für Organischen Landbau.
Das Fachgebiet Agrarökologie und Organischer Landbau (AOL)* des Instituts für Nutzpflanzenwissenschaften und Ressourcenschutz (INRES) erforscht, wie sich die Ziele von landwirtschaftlicher Produktion, Naturschutz und Ressourcenschutz durch gezielte Gestaltung von Agrarökosystemen besser vereinen lassen und wie die Gesundheit, Stabilität und Resilienz in solchen Systemen langfristig gefördert werden können.
 

Forschung und Lehre

Insgesamt hält die Lehr- und Forschungsimkerei ca. 150 Honigbienenvölker der Rasse Apis mellifera carnica vor, die in Liebig-Beuten im Deutsch Normalmaß gehalten werden. 

Forschung

 In zahlreichen wissenschaftlichen Arbeiten bei denen der Einsatz der Honigbiene von zentraler Bedeutung ist, befasst sich der Lehrstuhl u.a. mit folgenden Themen:

  • Bestäubungsökologie, Arznei- und Gewürzpflanzen (zum Projekt)
  • Verbesserung Ökosystemarer Dienstleistungen im Integrierten Obstbau (zum Projekt)
  • GBOL, Barcoding von Bestäubergemeinschaften (zum Projekt)
  • Erhaltungszucht der Dunklen Honigbiene Apis mellifera mellifera (mehr Infos)
  • Bekämpfung der Varroa-Milbe mittels kompletter Brutentnahme (mehr Infos)
  • Bekämpfung der Varroa-Milbe mittels alternativer Einsatzmethoden von Oxalsäure (mehr Infos)
  • Pollensammelverhalten der Honigbiene auf dem Wiesengut bei Hennef (mehr Infos)
  • Entwicklung einer nicht-invasiven Methode zur Bestimmung der Volksgröße im Winter (mehr Infos)
 
Im Rahmen der wissenschaftlichen Arbeiten werden regelmäßig u.a. folgende Untersuchungen durchgeführt:
  • Populationsschätzung (mehr Infos)
  • Pollenanalyse (mehr Infos)
  • Entnahme von Futterkranzproben (mehr Infos)
  • Gemülldiagnose (mehr Infos)
  • Bienenproben (mehr Infos)
  • Varroamilbenernte (lebendig) (mehr Infos)
  • etc. 

Lehre

    Im Bereich der Lehre werden die Honigbienenvölker vor allem in den Modulen "Biologie der Honigbiene und anderer Bestäuber" (Bsc) und "Haltung und Anwendung von Nutzarthropden" (Msc) eingesetzt. Während praktischer Übungen lernen die Studierenden (75 je Modul) im Laufe des Sommersemesters von der Schwarmverhinderung bis hin zur Honigernte die typischen imkerlichen Tätigkeiten kennen, die zur Unterhaltung der Bienenvölker notwendig sind.

    • MA-P-25       Haltung und Anwendung von Nutzarthropoden (mehr Infos)
    • B-AE-O-03   Biologie der Honigbiene und anderer Bestäuber (mehr Infos)
    Honigbienen sind seit langer Zeit Gegenstand der Forschung im Bereich der Morphologie, der Anatomie, der Physiologie, der chemischen Kommunikation, der Verhaltensbiologie etc. und gehören damit zu den am besten erforschten tierischen Organismen. Aus diesem Grund widmet sich im Wintersemester auch ein Teil der Vorlesung "B-AE-102 Biologie der Nutzpflanzen und Nutztiere" den Honigbienen.
    • Königinnenzucht (mehr Infos)
    • Jungvolkbildung (mehr Infos)
    • Schwarmfang, Schwarmverhinderung (mehr Infos)
    • Honigernte (mehr Infos)
    • Erkennen, Beurteilen, Behandeln von Bienenkrankheiten (mehr Infos)
    • Fütterung (mehr Infos)
    • Arbeiten im Winter: Reinigung, Reparatur und Neubau von Beuten und Zubehör (mehr Infos)
    • Erstellen verkaufsfertiger Bienenprodukte (mehr Infos)                                   

    Ausbildung

     An der Lehr- und Forschungsimkerei des AOL bildet der Imkermeister Dete Papendieck auch zur Tierwirtin bzw. zum Tierwirt mit Schwerpunkt  Imkerei aus.

    Die Ausbildung dauert drei Jahre und kann unter bestimmten Umständen (z.B. mit Abitur oder einer abgeschlossenen Berufsausbildung) auch verkürzt werden.
    In den ersten beiden Jahren werden alle wichtigen Maßnahmen in der Bienenhaltung vorgestellt und vom Auszubildenden durchgeführt. Im dritten Jahr werden diese wiederholt und die praktischen Fertigkeiten vertieft. Der Beruf Tierwirt/in – Imkerei ist ein anerkannter Ausbildungsberuf aus dem Bereich der Landwirtschaft.
    Bewerber/innen sollten über einen guten Hauptschul- oder Realschulabschluß verfügen.
    Kontakt:(Tel.:+49 177 179 2424, Email: [Email protection active, please enable JavaScript.])
    (Infos zur Ausbildung zur Tierwirtin bzw. zum Tierwirt)
    Weitere Informationen zum Beruf Tierwirt/-in erhalten Sie auch beim Arbeitsamt, BIZ oder Berufenet.
     
     
     

    Praktikum

    Es besteht die Möglichkeit ein Berufsorientiertes Praktikum an der Lehr- und Forschungsimkerei durchzuführen. 

    Öffentlichkeitsarbeit

    Honigbienen erfreuen sich seit jeher eines hohen Bekanntheitsgrads und trotz ihrer Wehrhaftigkeit einer großen Beliebtheit.

    Sie eignen sich daher hervorragend, um vor allem auch jungen Menschen das Organismische und seiner Funktionen näher zu bringen.
    Letzteres setzt das Team des AOL in Zeiten völlig verfehlter Bildungspolitik, des Insekten- und Bienensterbens im Rahmen zahlreicher, der Öffentlichkeit zugänglicher Veranstaltungen um. (mehr Infos)
    Auch in Kindergärten und Schulen werden kleinere Projekte rund um das Thmea Honigbienen umgesetzt. (mehr Infos) 

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